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Bitte weitergehen, hier gibts NIX zu sehen! Hier gehts um mein Leben, Sein und Schein. Hauptsache lustig und bunt. Die große weite Welt und die Heimat. Philosophisches und Subtiles.

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Ru jing wen su...

...andere Länder, andere Sitten.

Auf wenige Länder trifft dieses Sprichwort so zu wie auf China.

Nachdem ich mich von Shenzhen verabschiedet habe, bin ich nach Shanghai geflogen. Die nächste Mega-City. Nach getaner Arbeit wurde ich von unseren gastfreundlichen chinesischen Kollegen zum Abendessen eingeladen. Das erste was auf dem Tisch kam: gekochte Hühnerfüße...Nun ist es aber zum Glück so, das viele verschiedene Gerichte

 auf den Tisch kommen und man nicht hungern muß, falls man das erstbeste nicht runter bekommt. Die verschiedenen Kostbarkeiten stehen dann, wie man es vom Chinesen in Deutschland kennt, auf einer drehbaren Platte. Damit sind die Gemeinsamkeiten aber auch schon aufgezählt. Dann ist jeder von jedem Teller. Man hat also in der Regel die Wahl zwischen mind. 10 verschiedenen Gerichten (bei 4 Personen am Tisch). Fisch, Fleisch, Sea food, Gemüse, Reis,...viel Knoblauch und oft auch sehr, sehr, sehr scharf. Vom Geschmack her absolut nicht mit dem "deutschen Chinesen" zu vergleichen. Von Norden nach Süden wird das Essen ausgefallener. Die kantonesische Küche im Süden beinhaltet auch viele Insekten, Schlagen punkt punkt punkt hab ich mir erzählen lassen. Hund und Katze wurde mir jedenfalls nicht angeboten, hätte ich wohl auch nicht gegessen.  Gewöhnungsbedürftig ist für den Europäer das Schmatzen, essen mit offenem Mund und Nase hochziehen. Und die Nase läuft bei der entsprechenden Schärfe mit Sicherheit. Ausschnauben mit Taschentuch ist am Tisch tabu. Es wird sehr laut erzähl und lauthals gelacht. Reicht der Tischnachbar dir das beste Stück Fleisch dann zollt er dir damit Respekt und Hochachtung. Stößt jemand dein Glas mit dir zusammen, solle man das Glas leeren. Und dies passiert nicht nur einmal am Abend. Allerdings wird das Bier aus Finkennäpfchen getrunken, hepp hepp. Da waren sie beim Deutschen natürlich an den richtigen geraten...

Das Essen sollte man insgesamt also eher als kulturelles Ereignis sehen. Alles in allem lecker und lustig.

Interessant ist auch die Art und Weise Auto zu fahren. Der Chinese fährt als wäre er der einzige Mensch auf der Straße - im übrigen benehmen sich die Chinesen im allgemeinen so als wären sie alleine auf der Welt. In der Schlange hinten anstellen, watt, Schlange? Wo? Du stehst an der Gepäckabholung im Flughafen und denkst da passt keiner mehr zwischen Trolli und Band? Hepp hepp, denkst auch nur du.

Zurück zum Auto. Spur halten, ne. Bei rot über die Ampel, ja. Die Polizei rechts überholen, ja. Blinken, nein. Und sonst digital. Entweder Vollgas oder Vollbremsung, 0 oer 1. Dazwischen ist nix.

Aber ich hab die Fahrten überlebt. Allerdings hab ich mich freiwillig angeschnallt. Die chinesischen Kollegen schnallen sich übrigens nur an, bevor sie einschlafen. Inklusive Fahrer...kleiner Scherz. Der braucht sich nicht anschnallen, der schläft ja nicht.

Heute früh sich wir dann abgereist nach Beijing (oder auch Peking, benannt nach der gebratenen Ente). Im Flugzeug war mal wieder reichlich Platz für die Beine, zumindest in der Business Klasse. Ich brauche mich dafür in der Holzklasse nicht anschnallen, da ich mit dem Sitz vor mir wie immer eine Presspassung eingehe.

Morgen schaue ich mir dann mal die Verbotene Stadt im Zentrum Beijings an.

Am Donnerstag gehts wieder zurück nach Deutschland. Früher als geplant. Da am Freitag die Feiern zum chinesischen Neujahr beginnen, arbeitet hier keiner mehr. Eine Woche Urlaub für alle. Ich darf wiederkommen wenn der Zauber vorüber ist und der Zoll mein Werkzeug und Ersatzteile freigibt. DAs hat den Vorteil, das ich am Wochenende zu Hause bin und zum Brunch zu Tante Irmas 85. gehen kann.

Ein chinesisches Sprichwort zum Abschluß: "Die Weisheit des Lebens besteht im Ausschalten der unwesentlichen Dinge."

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